Jonathan, selbst wenn es so wäre, bedürfte dies eine Erklärung. Offiziell ist doch Sebastian immer noch Interims-Geschäftsführer.
Deshalb wäre es nett, wenn hier oder spätestens auf der Mitgliederversammlung im März die Sache etwas aufgeklärt werden könnte. Ich möchte mir ungern das alles über verschiedene Personen zusammenpuzzlen müssen.
Viele Grüße, Cornelius
–––––––––––––––––––––– Eigenartig wie das Wort eigenartig es fast als fremdartig hinstellt eine eigene Art zu haben
Erich Fried
Mmh,
geht mir eigentlich ähnlich - vor allem birgt das gleich wieder das Kummelei/Vetternwirtschafts-Risiko, dass uns schon bei Arne und bei Kurts aktuellem Job um die Ohren gepfeffert wurde.
Ich denke, Sebastian macht einen guten Job - habe also nichts gegen die Besetzung (wenn es denn nun tatsächlich schon so beschlossen sein sollte), allerdings wäre er dann als Interim und 2. Vorsitzender des Vereins da rangekommen, was dann doch wieder ein Geschmäckle hinterlässt und in meinen Augen auch definitiv too much Interessenskonflikt (Chef und Angestellter in einer Person) und "Macht" bedeutet.
Gruß, Achim
-------- Original-Nachricht --------
Datum: Sat, 14 Feb 2009 13:45:32 +0100 Von: Jaan-Cornelius Kibelka cornelius@kibelka.de An: vereinde-l@lists.wikimedia.org Betreff: Re: [VereinDE-l] Geschäftsführer?
Jonathan, selbst wenn es so wäre, bedürfte dies eine Erklärung. Offiziell ist doch Sebastian immer noch Interims-Geschäftsführer.
Deshalb wäre es nett, wenn hier oder spätestens auf der Mitgliederversammlung im März die Sache etwas aufgeklärt werden könnte. Ich möchte mir ungern das alles über verschiedene Personen zusammenpuzzlen müssen.
Viele Grüße, Cornelius
–––––––––––––––––––––– Eigenartig wie das Wort eigenartig es fast als fremdartig hinstellt eine eigene Art zu haben
Erich Fried _______________________________________________ VereinDE-l mailing list VereinDE-l@lists.wikimedia.org https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/vereinde-l
Hallo Achim,
wie Philipp schon schrieb, war unsere Suche eines geeigneten Geschäftsführers bisher leider erfolglos. Wir sind zur Zeit dabei, den Auswahlprozess zu überarbeiten, um ihn dann neu zu starten. Zur Überbrückung der Zeit bis zur Neubestellung eines Geschäftsführers hat der Vorstand meinen Vertrag um sechs Monate verlängert.
Bezüglich der (übergangsweisen) Amtsfülle sei gesagt, dass der gesamte Vorstand mein Auftraggeber ist und ich selbstverständlich nicht an Abstimmungen teilnehme, die meinen Auftrag oder die Arbeit der Geschäftsstelle betreffen. Ebenfalls hat der Vorstand weitere Regelungen für die Geschäftsführung beschlossen, die für viele Bereiche einen Zustimmungsvorbehalt vorsehen. Die genauen Festlegungen werden auf der kommenden Mitgliederversammlung vorgestellt.
Da es immer mal wieder dazu kommt, dass sich Vorstandsmitglieder aktiv in die Arbeit des Vereins einbringen wollen, haben wir eine Regelung zum Umgang mit Interessenkonflikten entworfen. Sie soll auf der kommenden Mitgliederversammlung vorgestellt, diskutiert und beschlossen werden.
Schließlich steht uns noch eine Diskussion zum Thema Verantwortung und Aufgabenteilung zwischen Vorstand und einem Geschäftsführer vor. Einerseits war mit der Schaffung eines "angestellten Geschäftsführers" vor drei Jahren eine Verlagerung der Durchführung des Tagesgeschäfts und die Verantwortung dafür weg vom ehrenamtlichen Vorstand gewollt. Andererseits ist diese Konstellation aber juristisch betrachtet unzulänglich, weil die Rechtslage festschreibt, dass der Vorstand für die Geschäftsführung selbst und unmittelbar verantwortlich ist.
Eine Lösung dieses Problems liegt darin, den Vorstand (hauptamtlich oder ehrenamtlich) wie im BGB vorgesehen mit der Geschäftsführung zu beauftragen und daneben einen unabhängigen "Aufsichtsrat" oder "Verwaltungsrat" zu etablieren. Der wäre dann für die Kontrolle des Vorstands zuständig und würde die Aufsichtsfunktionen übernehmen, die mehr oder minder informell jetzt vom Vorstand gegenüber dem Geschäftsführer wahrgenommen werden. Wer sich mit diesem Thema im Vorfeld zur MV beschäftigen möchte, kann sich unter [1] oder [2] einlesen.
Beste Grüße Sebastian
[1] http://www.buergergesellschaft.de/praxishilfen/arbeit-im-verein/vereinsrecht...
[2] http://socialnet.de/materialien/0301vonholt_haftung.html
Ich kann in der temporären Situation auch nicht wirklich ein Problem sehen und finde die Verlängerung des Vertrags von Sebastian nachvollziehbar und naheliegend. Und Achmins Bauchweh lässt sich vielleicht ganz einfach mildern: Durch Vorstandsbeschluss oder - falls nötig - durch Beschluss der MV wird festgelegt, das ein Wechsel vom Ehrenamt in ein Angestelltenverhältnis erst sechs Monate nach Ende des Ehrenamts / Vorstandsamts möglich ist. Dies verhindert einen Wechsel mit Geschmäckle, ohne jedoch aktive Vorstandsmitglieder daran zu hindern, sich auf eine Stelle zu bewerben. Sie müssen halt nur rechtzeitig ihr Vorstands"amt" zurückgeben. Auch wenn es bei den aktuell handelnden Personen sicher ein Overkill ist (schliesslich scheint keiner der derzeitigen Vorstandsmitglieder Ambitionen auf die permanente Besetzung der Stelle zu haben), so wäre für zukünftige Vorstände die Sache ein für alle mal geklärt. Einer notwendigen Übergangslösung wie der aktuellen stände so ein grundsätzlicher Beschluss auch nicht im Wege.
Wichtiger noch erscheinen mir zwei andere Punkte: Zum einen die Frage, warum die Stelle bisher nicht besetzt werden konnte. In einem der Monatsberichte aus dem letzten Jahr hiess es, es sei eine dreistellige Zahl an Bewerbungen eingegangen. Warum ist es dann so schwer, einen Kandidaten zu finden? Stimmt was in der Stellenbeschreibung nicht? Ist die Stelle nicht gut genug dotiert? Gibt es ein Problem im Auswahlprozesse? Ohne die Gründe zu kennen, würde ich doch vorschlagen, mal über den Einsatz einer entsprechenden Fachfirma ("Headhunter") nachzudenken. Die wirklich Guten suchen ja nicht nur einen Kandidaten, sondern begleiten den gesamten Prozess von der Stellenbeschreibung bis zur Gehaltsfrage als neutrale Moderatoren und Mittler. Der Nachteil besteht natürlich in den gewaltigen Kosten solcher Dienstleistungen. Andererseits hat der Verein in diesem Jahr eine Budgetplanung von 944.000 € und damit Verantwortung über Spendengelder in wirklich bemerkenswerter Höhe. Da ist es schon eine Frage der Verantwortung diesen Spendern gegenüber, dass ein langfristig orientierter und vor allem erfahrener Geschäftsführer das Tagesgeschäft anleitet und verantwortet. Keine leichte Abwägung, ohne Frage.
Zweitens ist die Frage nach der Haftung des Vorstands absolut zentral, insbesondere, wenn man bedenkt, wie groß der Verein wirtschaftlich inzwischen ist und das es sich um bewunderswertes ehrenamtliches Engagement handelt. Da ist es tatsächlich sehr wichtig, diese Frage sauber und im Interesse der handelnden Menschen zu klären. Wie man das Kind dann nennt, ist juristisch sicher wichtig, aber für den Verein nicht zentral. Was ich aber wichtig finde ist die Offenheit des Prozesses: Aus meiner Sicht muss mindestens die Stelle des hauptamtlichen Vereinsgeschäftsführers / hauptamtlichen Vorstandes öffentlich ausgeschrieben werden, mit einem klaren Anforderungsprofil und absoluter Transparenz. So gesehen war das aktuelle Verfahren sicher schon im Prinzip richtig - wenn es auch leider (noch) nicht erfolgreich war, womit ich wieder bei der ersten Frage oben angelangt bin.....
Wirklich nicht leicht, das janze....
Beste Grüße,
Pavel
Hallo Pavel
Ich kann in der temporären Situation auch nicht wirklich ein Problem sehen und finde die Verlängerung des Vertrags von Sebastian nachvollziehbar und naheliegend. Und Achmins Bauchweh lässt sich vielleicht ganz einfach mildern: Durch Vorstandsbeschluss oder - falls nötig - durch Beschluss der MV wird festgelegt, das ein Wechsel vom Ehrenamt in ein Angestelltenverhältnis erst sechs Monate nach Ende des Ehrenamts / Vorstandsamts möglich ist. Dies verhindert einen Wechsel mit Geschmäckle, ohne jedoch aktive Vorstandsmitglieder daran zu hindern, sich auf eine Stelle zu bewerben. Sie müssen halt nur rechtzeitig ihr Vorstands"amt" zurückgeben. Auch wenn es bei den aktuell handelnden Personen sicher ein Overkill ist (schliesslich scheint keiner der derzeitigen Vorstandsmitglieder Ambitionen auf die permanente Besetzung der Stelle zu haben), so wäre für zukünftige Vorstände die Sache ein für alle mal geklärt. Einer notwendigen Übergangslösung wie der aktuellen stände so ein grundsätzlicher Beschluss auch nicht im Wege.
Wenn wir solche Regelungen betrachten, müssen wir uns immer vor Augen halten, welches Verhalten dem Verein am meisten nützt. Bei einer Einstellungssperre von sechs Monaten ergibt sich die Problematik, dass der potenziell beste Kandidat für eine Stelle nicht angestellt bzw. sich die Geschäftsführung aufgrund der Sperre im Grenzfall für einen weniger geeigneten Kandidaten entscheiden muss. Historisch betrachtet hatten wir immer Vorstandsmitglieder, deren Engagement über das der "Norm" hinausging und die, ob angestellt, ehrenamtlich oder als freier Mitarbeiter tätig, zum großen Vorteil des Vereins gewirkt haben. Diese Möglichkeit grundsätzlich zu verschließen würde bedeuten, über das Ziel hinauszuschießen, insbesondere da Vorstandsmitglieder direkt und jedes Jahr von der Mitgliederversammlung gewählt werden, ihnen also sowieso schon ein großes Vertrauen entgegengebracht wird. Das gilt insbesondere, wenn Philipps Antrag zur Änderung des Wahlverfahrens für die Beisitzer angenommen wird. Dann würden nur noch Kandidaten gewählt werden können, die von mindestens der Hälfte der abstimmenden Mitglieder unterstützt werden.
Gleichzeitig sind Transparenz und Willkürfreiheit auch wichtige Werte, die man nicht einfach ignorieren kann. Dem wäre auch gedient, wenn gewährleistet wird, dass:
* Einstellungen von Vorstandsmitgliedern der Zustimmung des Gesamtvorstandes bedürfen, vielleicht mit einer 2/3-Mehrheit, und * die Einstellung ausreichend begründet und insbesondere die Vorteile des Vereins im Vergleich zur Einstellung eines anderen Kandidaten dokumentiert werden, und * das betroffene Vorstandsmitglied sich der Beschlussfassung zur Einstellung entzieht.
Damit wäre potenziellen Interessenkonflikten vorgebeugt und die Einstellung von Vorstandsmitgliedern eindeutig als Ausnahme bezeichnet, ohne dass die Handlungsfähigkeit des Vereins gewichtig beeinträchtigt wäre.
Wichtiger noch erscheinen mir zwei andere Punkte: Zum einen die Frage, warum die Stelle bisher nicht besetzt werden konnte. In einem der Monatsberichte aus dem letzten Jahr hiess es, es sei eine dreistellige Zahl an Bewerbungen eingegangen. Warum ist es dann so schwer, einen Kandidaten zu finden? Stimmt was in der Stellenbeschreibung nicht? Ist die Stelle nicht gut genug dotiert? Gibt es ein Problem im Auswahlprozesse?
Wir hatten eine sehr große Anzahl an Bewerbern, von denen sich die weiter Mehrheit als nicht passend herausgestellt hat. Das liegt unter anderem auch an der besonderen Natur der zu besetzenden Stelle. Es wird jemand gesucht, der nachweislich gute geschäftsführende Erfahrung gepaart mit Verständnis für ehrenamtliches Engagement, hoher Internet-Affinität und Fähigkeit zur professionellen Spendenakquise hat. Es soll jemand sein, der die Rahmenbedingungen und Vorgaben unserer Projekte und Satzungsziele versteht und die nötige Sensibilität mitbringt, die beim Zusammenspiel mit der Community notwendig ist.
Einzeln waren diese Fähigkeiten durchaus bei vielen Bewerbern vorhanden. Aber die Kombination bereitet uns Probleme. Wir hatten sehr gute Venture Capitalists/Startup-CEOs, sehr gute Internet- und Freies-Wissen-Fans, sehr gute kaufmännische Geschäftsführer/Controller, sehr gute "Community-Manager für soziale Netzwerke". Aber es kam bis auf einen niemand an die Kombination ran, die sich der Vorstand im Ganzen vorgestellt hat. Und dieser Kandidat hatte Schwierigkeiten dabei, das Vertrauen des Vorstandes zu gewinnen und zu erhalten.
Ohne die Gründe zu kennen, würde ich doch vorschlagen, mal über den Einsatz einer entsprechenden Fachfirma ("Headhunter") nachzudenken. Die wirklich Guten suchen ja nicht nur einen Kandidaten, sondern begleiten den gesamten Prozess von der Stellenbeschreibung bis zur Gehaltsfrage als neutrale Moderatoren und Mittler. Der Nachteil besteht natürlich in den gewaltigen Kosten solcher Dienstleistungen. Andererseits hat der Verein in diesem Jahr eine Budgetplanung von 944.000 € und damit Verantwortung über Spendengelder in wirklich bemerkenswerter Höhe. Da ist es schon eine Frage der Verantwortung diesen Spendern gegenüber, dass ein langfristig orientierter und vor allem erfahrener Geschäftsführer das Tagesgeschäft anleitet und verantwortet. Keine leichte Abwägung, ohne Frage.
Die Nutzung einer Personalberatung prüfen wir zur Zeit. Ich habe nächste Woche Mittwoch einen Termin bei einer Firma, die uns von einem guten Kontakt in der Berliner Wirtschaftsförderung vermittelt wurde. Wir hatten uns letztes Jahr schon einmal die Kosten angesehen und uns damals auch deswegen dagegen entschieden, weil solche Firmen in meiner eigenen Erfahrung und der der der WMF nur selten geeignete Kandidaten für Stellen vermitteln können, die ein vergleichsweise "exotisches" Stellenprofil vorweisen. Nach dem Gespräch am Mittwoch werden wir sehen, ob es bei diesem Unternehmen anders ist.
Zweitens ist die Frage nach der Haftung des Vorstands absolut zentral, insbesondere, wenn man bedenkt, wie groß der Verein wirtschaftlich inzwischen ist und das es sich um bewunderswertes ehrenamtliches Engagement handelt. Da ist es tatsächlich sehr wichtig, diese Frage sauber und im Interesse der handelnden Menschen zu klären. Wie man das Kind dann nennt, ist juristisch sicher wichtig, aber für den Verein nicht zentral. Was ich aber wichtig finde ist die Offenheit des Prozesses: Aus meiner Sicht muss mindestens die Stelle des hauptamtlichen Vereinsgeschäftsführers / hauptamtlichen Vorstandes öffentlich ausgeschrieben werden, mit einem klaren Anforderungsprofil und absoluter Transparenz. So gesehen war das aktuelle Verfahren sicher schon im Prinzip richtig - wenn es auch leider (noch) nicht erfolgreich war, womit ich wieder bei der ersten Frage oben angelangt bin.....
Eine öffentliche Ausschreibung gibt es auf jeden Fall. Nur so lässt sich ein umfangreicher Kandidatenpool mit der Chance auf eine gute Anzahl geeigneter Kandidaten garantieren. An der grundsätzlichen Art des Auswahlverfahrens gibt es auch innerhalb des Vorstandes keinen Zweifel. Worüber wir primär nachdenken ist, über welche Wege potenzielle Kandidaten in Ergänzung zu den vorher verwendeten Kanälen angeworben werden können.
Wirklich nicht leicht, das janze....
Leicht kann jeder.
Beste Grüße Sebastian
vereinde-l@lists.wikimedia.org