[Wikide-l] Kategorien-Seiten einrichten bzw. bearbeiten

Ivo Köthnig koethnig at web.de
Mo Jun 14 13:16:39 UTC 2004


> das ist tatsächlich etwas, was ich hoffe! In der engl. Wikipedia geht es
> viel pragmatischer zu; dort werden Kategorien einfach benutzt und später
> evtl. korrigiert. Wenn damals über die Einführung einer Wikipedia ähnlich
> lang uns ausschweifend diskutiert worden wäre wie jetzt für Kategorien,
> dann hätten wir jetzt immer noch eine Nupedia mit 10 Artikeln ;-)

Das auf die Kategorien zu übertragen ist insofern aber etwas unfair, da wir 
mittlerweile mehrere 100 aktive Nutzer haben und damals vielleicht 10. Wir 
fangen also mit mehreren 100 Nutzern an zu kategorisieren, während das 
Artikelschreiben mit sehr wenigen Nutzern losging und das ist schon ein 
entscheidender Unterschied. Das aus Nupedia nichts wurde, liegt ja 
möglicherweise nicht primär am strengen selbstauferlegten Korsett, sondern an 
der Tatsache, das wenige Leuten einen riesigen Job hatten, dadurch nur wenige 
Artikel entstanden und dies wiederum andere kaum motivierte mitzumachen.

Das das ganze Projekt so erfolgreich ist, haben wir sicher auch einigen 
glücklichen richtigen Entscheidungen von damals zu verdanken (z.B. NPOV). Man 
hätte sich damals auch auf den Standpunkt stellen können, dass der NPOV mit 
der Zeit von ganz alleine entstehen würde. Aber dann wäre aus Wikipedia 
vielleicht auch nur ein Schwafelforum geworden.

Ein gutes Beispiel für diese Diskussion ist vielleicht auch das 
deutschsprachige und das engl. Wiktionary. Während sich die deutschsprachige 
Variante zunächst etwas Geduld auferlegte, um eine vernünftige Formatvorlage 
zu schaffen, wurde in der engl. einfach drauflosgelegt. Nun enthält das 
deutsche Wikitionary gerade mal 100 Wörter, aber die sind alle gut. Für 1 1/2 
Monate Arbeit (wovon vielleicht ein Monat gewartet wurde) finde ich das 
ziemlich viel. Auf dem engl. Wiktionary gab es nach so kurzer Zeit auch nicht 
viel mehr Artikel. Während man dort zwar mittlerweile mit 40000 Einträgen 
glänzen kann ist die Qualität der Einträge zumindest im Vergleich zum 
deutschen Wiktionary doch recht dürftig.

Nun gibt es natürlich auch Leute, die sich von der Formatvorlage abgeschreckt 
fühlen, aber das muss kein Nachteil sein. Schließlich kommt es darauf an, 
Leute zu ziehen, die Qualität liefern können und das kann man sich verbauen, 
wenn man mit schlechter Qualität loslegt. Nur über die Masse wird man kein 
gutes Werk erstellen können.

Es hat doch Gründe, warum Professoren der Wikipedia zwar wohlwollend 
gegenüberstehen, aber ihre Reputation nicht durch eigene Beiträge beschädigen 
wollen. Daran wird sich nichts ändern, solange 90% der Artikel gravierende 
Mängel haben. Egal, ob wir nun 100.000 oder 10^6 Einträge haben.

--Ivo Köthnig