Summa: Große Klappe auf schlecht besuchten, im eigenen Saft kochenden Konferenzen, nix dahinter.
Wow. Mein Gott, Uli. Du warst in Göttingen so zahm und hier hast du wieder eine große Klappe. Sehr interessant. Im übrigen möchte ich mal sehen, wieviel Leute kommen, wenn du rufst. 20 Leute, die nur darüber diskutieren, wie böse die Wikipedia ist (sicher wäre das das einzige Thema *g*) und 2 Reporter von irgendwelchen regionalen Werbeblättern.
Es mag ja schade sein, daß du mit deinem Projekt nun schon zum dritten Mal gescheitert bist (wobei bei der Wikipedia ja nicht das Projekt, sondern nur du gescheitert warst). Aber dieses leere Gesülze nervt nur noch. Mach du doch einfach deinen Kram und laß und unseren machen. Wir werden am Ende sehen, wer erfolgreicher war. Von Stil zeugen deine dauernden lahmen Angriffe auf keinen Fall.
Marcus Cyron
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On 6/25/06, Marcus Cyron kenwilliams-1@web.de wrote:
Summa: Große Klappe auf schlecht besuchten, im eigenen Saft kochenden Konferenzen, nix dahinter.
Wow. Mein Gott, Uli. Du warst in Göttingen so zahm und hier hast du wieder eine große Klappe. Sehr interessant. Im übrigen möchte ich mal sehen, wieviel Leute kommen, wenn du rufst. 20 Leute, die nur darüber diskutieren, wie böse die Wikipedia ist (sicher wäre das das einzige Thema *g*) und 2 Reporter von irgendwelchen regionalen Werbeblättern.
Das mit den 20 ist eher unfair. Auch wenn es in Wirklichkeit weniger wären oder auch gar keine. Das ist unerheblich, was die gewählte Rolle von Uli angeht. Mich hat seine Sprach- und Alternativlosigkeit in Göttingen auch sehr interessiert und auch das Dilemma, in dem er nunmal steckt. Teile der von ihm benannten Probleme sind ja durchaus real, was ihn in seinem Fork nicht davon abgehalten hat, sie ebenfalls nicht zu lösen (oft genug verneint?). Auffälligstes Beispiel ist das Gewichtungsproblem, das er (stated position @ Centrum für Büro- und Informationstechnik 2004) ja angehen wollte.
Den Rest des Mythos hat el erlegt.
In seiner Rolle ist es nur konsequent, weiterzunöhlen anstatt wie Frank, der in Göttingen Großartiges geleistet hat, die Probleme anzugehen. Am Ende bleibt nicht Ulis, noch Markus' noch meine Stichelei, sondern ein Haufen Menschen, die diskutiert, argumentiert, gelernt und gelacht haben. Ansehbar auf einem Gigabyte Ogg Theora für alle, die es verpasst haben. Dank Martin Mai, dank Elmar Mittler, dank Longbow4U, Andreas Brändle, Jimmy Wales, ...
Mathias
Am Sonntag, 25. Juni 2006 15:00 schrieb Mathias Schindler:
wären oder auch gar keine. Das ist unerheblich, was die gewählte Rolle von Uli angeht. Mich hat seine Sprach- und Alternativlosigkeit in
Nun, ich glaube, ich war weder besonders sprach- noch besonders alternativenlos - aus letzterem Grund ist Wikiweise eben auch alternativlos.
Wie ich schon auf dem Podium sagte: Es ist nicht damit getan, irgendwelche Konferenzen zu veranstalten und die Wikipedia bei Akademikern bekannter zu machen. Sie ist bekannt genug, nur hat kein vernünftig denkender Mensch mehr Bock auf diesen Kinderkarten. *Die Wikipedia muss sich ändern*, wobei es offenbar mittlerweile ist so ist, dass auch dieser Fisch vom Kopf her stinkt. Wenn man lieber unbequeme, aber wissenschaftlich arbeitende Leute wie fossa rauswirft, statt diejenigen, mit denen er sich notgedrungen anlegen musste, ist etwas grundfaul. Denn er hat sich zunächst einmal an einigen Artikeln im Kampf gegen Möchtegernintellektuelle aufgerieben, bevor er zum Kritiker wurde, nur hat er - mal wieder - dabei statt Unterstützung von der Administratorenriege entweder nur Nichtbeachtung oder Schüsse in den Rücken gekriegt.
Uli
Ulrich Fuchs wrote:
Die Wikipedia muss sich ändern*, wobei es offenbar mittlerweile ist so ist, dass auch dieser Fisch vom Kopf her stinkt. Wenn man lieber unbequeme, aber wissenschaftlich arbeitende Leute wie fossa rauswirft, statt diejenigen, mit denen er sich notgedrungen anlegen musste, ist etwas grundfaul.
Erstaunlicherweise (oder vielleicht auch gerade eben nicht), sind die Leute mit denen ich mich "notgedrungen anlegen musste" ueberhaupt gar nicht federfuehrend fuer den Sperrantrag und seinen relativen Erfolg (die Mehrheit haette man wohl zusammenbekommen, wenn auch nicht die 2/3-Mehrheit) gewesen.
Die Leute, mit denen ich Sachauseinandersetzungen fuehre, haben naemlich eben gerade gar nichts am Hut mit der Wikipedia, sie wollen dort nur ihre eigene Meinung/Werbung unterbringen. Bis zu den Entscheidungsstrukturen der Wikipedia dringen sie zumeist ueberhaupt nicht vor (ich musste ein paar erst ueber den Sperrantrag erst informieren).
Federfuehrend ist stattdessen ein Grossteil des "chat mob"; d.h. Leute und Benutzernamen, die regelmaessig im IRC-Chat auftauchen. Anders als die POV-Warrior sind sie gut organisiert, haben ihre Netzwerke: Innerhalb von 11 Minuten spaet nach Mitternacht (MESZ) hatte ich 10 "Pro-Sperre-"Stimmen. Im Chat wird kolportiert, ich sei ein Troll und besonders streitsuechtig, weil ich zugegeben oft Konfliktthemen aufgreife.
Warum ich letztlich so unbeliebt bei den "erfahrenen Usern" -- oft, aber nicht nur, Studierende und Gymnasiasten -- bin, ist erstmal zweitrangig. Fakt ist: Ich bin es und nun wird versucht, mich rauszuwerfen. Dass es dabei nicht primaer um das Ziel "Enzyklopeadie" geht, ist klar.
Zum Beispiel hat ich in meiner "Verteidigungsrede" angegeben, dass sich im Artikel "Soziale Ungleicheit" ein Fehler befindet, den ich geaendert hatte, der aber kurz darauf wieder eingebaut wurde:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Benutzersperrung/Archiv/...
Sogar dem Antragssteller war klar, dass dies ein inhaltlicher Fehler ist:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Fossa&diff...
Geaendert hat ihn bis heute niemand, obwohl sich ueber 140 Leute an meiner Sperrabstimmung beteiligt haben:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Soziale_Ungleichheit&action=hi...
Man sollte vielleicht als erstes die Illusion aufgeben, es gaebe viele Leute, die sich in der Wikipedia das Ziel "Enzyklopaedie" gesetzt haetten und dieses verfolgen wuerden.
Thomas
Thomas Koenig wrote:
Erstaunlicherweise (oder vielleicht auch gerade eben nicht), sind die Leute mit denen ich mich "notgedrungen anlegen musste" ueberhaupt gar nicht federfuehrend fuer den Sperrantrag und seinen relativen Erfolg (die Mehrheit haette man wohl zusammenbekommen, wenn auch nicht die 2/3-Mehrheit) gewesen.
Gehen wir doch mal von Eriks Satz aus, daß der Experte sich in die Community einfügen muß: Wieso muß sich jemand da "notgedrungen anlegen"?
Für die Wikipedia (wie auch sonst) gilt, daß immer mindestens zwei Leute zu einer Auseinandersetzung gehören und weiters, daß es aus "dem Wald so herausschallt, wie man hineinruft".
Sich in der WP als verfolgte Unschuld zu gerieren ist ein ausgesprochen schwieriges Unterfangen.
Und so wie ich die WP kenne, hat dort bisher niemand wirkliche Schwierigkeiten gehabt, der auch mal bereit war eigene Fehler zuzugeben, zurückzustecken und sich mindestens ein wenig anzupassen.
Gruß
Henriette
Henriette Fiebig wrote:
Thomas Koenig wrote:
Erstaunlicherweise (oder vielleicht auch gerade eben nicht), sind die Leute mit denen ich mich "notgedrungen anlegen musste" ueberhaupt gar nicht federfuehrend fuer den Sperrantrag und seinen relativen Erfolg (die Mehrheit haette man wohl zusammenbekommen, wenn auch nicht die 2/3-Mehrheit) gewesen.
Gehen wir doch mal von Eriks Satz aus, daß der Experte sich in die Community einfügen muß: Wieso muß sich jemand da "notgedrungen anlegen"?
Da geht's um die Artikelarbeit: Es laesst sich nicht vermeiden, dass ich mich mit POV-Kaempfern aller Arten anlegen muss. Welcher Nationalist hoert gerne, dass Nationen Erfindungen des 18./19. Jahrhunderts sind? Welcher Sektengegner wird erfreut darueber sein, dass keine serioese Studie eine besondere Gefahr von so genannten Sekten bestaetigt?
Für die Wikipedia (wie auch sonst) gilt, daß immer mindestens zwei Leute zu einer Auseinandersetzung gehören und weiters, daß es aus "dem Wald so herausschallt, wie man hineinruft".
Es gibt einen schoenen Artikel von Ian Hacking: Too many metaphors. Empfehle ich jedem zu lesen. Wenn ich freundlich und fast schon akademisch gesetzt in den Wald hineinrufe:
http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=User_talk:Jimbo_Wales&diff=597...
wird so:
http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=User_talk:Jimbo_Wales&diff=598...
entgegnet.
Sich in der WP als verfolgte Unschuld zu gerieren ist ein ausgesprochen schwieriges Unterfangen.
Nichts liegt mir ferner als mich als verfolgte Unschuld zu gerieren. Ich teile aus und ich kann einiges einstecken. Aber die Beleidigungen und Verleumdungen, die ich mir ohne grosses Murren anhoere, die schrecken schon andere qualifizierte Leute ab. Nicht jeder will sich anhoeren, er sei ein "Troll", "mi(e)ser Charakter" oder ein "degeneriertes Arschloch". Viele Akademiker nicht, aber auch Nichtakademiker koennen darauf verzichten.
Und so wie ich die WP kenne, hat dort bisher niemand wirkliche Schwierigkeiten gehabt, der auch mal bereit war eigene Fehler zuzugeben, zurückzustecken und sich mindestens ein wenig anzupassen.
Schoen. Ich passe mich aber nicht an. Ich buckele nicht vor Leuten mit 3 Gazillionen Edits, das zaehlt fuer mich nichts. Argumente zaehlen fuer mich, nicht Edit counts. Call me old-fashioned.
Thomas
Henriette Fiebig Henriette.Fiebig@snafu.de writes:
Und so wie ich die WP kenne, hat dort bisher niemand wirkliche Schwierigkeiten gehabt, der auch mal bereit war eigene Fehler zuzugeben, zurückzustecken und sich mindestens ein wenig anzupassen.
Was sind schon "wirkliche Schwierigkeiten"? Artikel werden gelöscht oder gesperrt oder fälschlich als lesenswert oder exzellent ausgelobt, "Löschanträge" werden gestellt, Bearbeiter wird gesperrt (weil er sich nicht an bürokratische Vorgaben hält) - ich empfinde das als wirkliche Schwierigkeiten und habe entsprechende Konsequenzen gezogen.
Es ist doch wohl ein Witz, daß jedermann einen "Löschantrag" in(!) einen Artikel plazieren kann und daß der dann dort 14 Tage stehen muß, ohne daß ein anderer diesen Antrag auf die Diskussionsseite verlagern darf...
Kurze Artikel sind offensichtlich grundsätzlich (schnell-)löschfähig. In langen Artikeln kann aber über Monate grober Unfug stehen ("Karl der Große war ein Türksachse"), ohne daß das den Qualitätssicherern auffällt. Wird im Goethe-Artikel eigentlich mittlerweile auch das letzte Drittel seines Lebens behandelt? Tatsächlich, aber in einer journalistischen Schreibe. Warum wird eigenlich in diesem Hauptartikel Biographisches in vielen Einzelheiten ausgebreitet und sogar ein "Siehe auch"-Abschnitt ins Inhaltsverzeichnis aufgenommen, aber zu seinem literarischen Schaffen nur nebenbei etwas gesagt? Bibliographie ist sehr ausgewählt (weder die Weimarer Ausgabe noch die Münchner oder die des DKV scheinen zu existieren), dafür wird der ADB-Abriß zumindest doppelt. Auf das wertlose digibib.org wird kommentarlos verlinkt, das Projekt Gutenberg wird als kommerziell gebrandmarkt - und dabei hat digibib.org wahrscheinlich die Texte nur rüberkopiert und "formatiert" (dagegen ist nichts zu sagen, wenn man wenigstens eine editorische Notiz beigegeben hätte). Daß in der WP dies alles zu einem unkritischen Brei verrührt wird, disqualifiziert das Projekt.
Ich bin gespannt, ob die "Community" in der Lage sein wird, den Artikel "Germanisches Nationalmuseum" fortzuschreiben - einer der wenigen Artikel, die ich bislang immer noch gepflegt hatte.
Am Montag, 10. Juli 2006 08:03 schrieb Karl Eichwalder:
Es ist doch wohl ein Witz, daß jedermann einen "Löschantrag" in(!) einen Artikel plazieren kann und daß der dann dort 14 Tage stehen muß, ohne daß ein anderer diesen Antrag auf die Diskussionsseite verlagern darf...
Abgesehen davon, dass es bei den Artikeln, die dann zu Recht gelöscht werden, gelegentlich höchst sinnvoll ist, den Leser auf das Problem hinzuweisen...
...werde ich wohl nie das riesen Problem verstehen, dass dadurch entstehen soll, 14 Tage(!) einen unangenehmen Eintrag in "seinem" Artikel zu haben, der doch hoffentlich für Jahre und Jahrhunderte geschrieben ist.
Ciao, Eike
EikeSauer@t-online.de (Eike Sauer) writes:
Abgesehen davon, dass es bei den Artikeln, die dann zu Recht gelöscht werden, gelegentlich höchst sinnvoll ist, den Leser auf das Problem hinzuweisen...
Dazu gibt es zwei Sachen zu sagen: Die Leser sind nicht blöd und oberlehrerhaftes Getue ist deshalb nicht notwendig. Zweitens wurde keiner meiner Artikel schlußendlich gelöscht -- einer schon, aber keineswegs zu Recht (Katzwang oder Kornburg, ich erinnere mich momentan nicht genau). Wahrscheinlich war da wieder ein Stub-Bekämpfer am Werke... Sog. Stubs machen sie weg, aber Langartikel können grottenschlecht sein...
...werde ich wohl nie das riesen Problem verstehen, dass dadurch entstehen soll, 14 Tage(!) einen unangenehmen Eintrag in "seinem" Artikel zu haben, der doch hoffentlich für Jahre und Jahrhunderte geschrieben ist.
Ich mag diese Gängelei nicht -- und ich denke, ihr werdet das Ewigkeitswerk schon allein hinkriegen. Es ist ja völlig ausreichend, wenn der Goethe-Artikel in 2-300 Jahren von mittlerer Güte sein wird.
Letzlich ist WP doch nur eine Kommunikationsplattform -- und das muß ja auch nicht schlecht sein.
Marcus Cyron schrieb:
Wow. Mein Gott, Uli. Du warst in Göttingen so zahm und hier hast du wieder eine große Klappe. Sehr interessant. Im übrigen möchte ich mal sehen, wieviel Leute kommen, wenn du rufst. 20 Leute, die nur darüber diskutieren, wie böse die Wikipedia ist (sicher wäre das das einzige Thema *g*) und 2 Reporter von irgendwelchen regionalen Werbeblättern.
Das dürfte analog zu den Abonnementzahlen von FAZ und Bild sein. So schlecht ist der Vergleich also vielleicht gar nicht. *g*
Wir werden am Ende sehen, wer erfolgreicher war.
Die Frage ist eben immer, woran man Erfolg mißt. Es bestreitet niemand, daß Wikipedia erfolgreich ist, wenn es um Seitenaufrufe, Google-Ranking, Umfang, Medieninteresse und Anzahl der angemeldeten Teilnehmer geht. Wenn daß das Ziel des Projekts ist, ist es erreicht und übertroffen. (Dann sollte man das allerdings auch so darstellen. ;))
-thh
"Thomas Hochstein" skribis:
Marcus Cyron schrieb:
Wow. Mein Gott, Uli. Du warst in Göttingen so zahm und hier hast du wieder eine große Klappe. Sehr interessant. Im übrigen möchte ich mal sehen, wieviel Leute kommen, wenn du rufst. 20 Leute, die nur darüber diskutieren, wie böse die Wikipedia ist (sicher wäre das das einzige Thema *g*) und 2 Reporter von irgendwelchen regionalen Werbeblättern.
Das dürfte analog zu den Abonnementzahlen von FAZ und Bild sein. So schlecht ist der Vergleich also vielleicht gar nicht. *g*
Hmm, ich wusste gar nicht, dass man Bild abonnieren kann ...
Aber scheinbar geht das doch: http://www.axelspringer.de/inhalte/angebot/inhalte/abo/inhalt.htm
Aber nur in Berlin und Hamburg, und außerdem noch teurer als am Kiosk, wenn ich http://www.journalismus.com/_jcompact/index.php?blog=2&title=springer_te... Glauben schenke.
Paul
Marcus Cyron schrieb:
Wow. Mein Gott, Uli. Du warst in Göttingen so zahm und hier hast du wieder eine große Klappe. Sehr interessant. Im übrigen möchte ich mal sehen, wieviel Leute kommen, wenn du rufst. 20 Leute, die nur darüber diskutieren, wie böse die Wikipedia ist (sicher wäre das das einzige Thema *g*) und 2 Reporter von irgendwelchen regionalen Werbeblättern.
von Thomas Hochstein
Das dürfte analog zu den Abonnementzahlen von FAZ und Bild sein. So schlecht ist der Vergleich also vielleicht gar nicht. *g*
Wir werden am Ende sehen, wer erfolgreicher war.
Die Frage ist eben immer, woran man Erfolg mißt. Es bestreitet niemand, daß Wikipedia erfolgreich ist, wenn es um Seitenaufrufe, Google-Ranking, Umfang, Medieninteresse und Anzahl der angemeldeten Teilnehmer geht. Wenn daß das Ziel des Projekts ist, ist es erreicht und übertroffen. (Dann sollte man das allerdings auch so darstellen. ;))
Ich würde das "erfolgreich" in Anführungszeichen setzen. Wenn die WP als das genutzt würde, für das sie mal erschaffen war, nämlich als anonym benutzbares Auffangbecken für alles mögliche, das subjektiv wem als Wissen gelten könnte, und das dann in der Nupedia redaktionell aufbereitet würde, so könnte das zutreffen. Der Ansatz wurde letzens in Berlin mal zum Druck der deutschen WP verprobt und ist mangels Subskriptions- und Beteiligungswillens jämmerlich gescheitert.
Aber die Revolutionskinder töten ihre Väter. Keine Pockensuppe fragt heute noch ein Wörtchen der Nupedia hinterher. Statt dessen läuft man sich tot in dem Affenzirkus, den die viel zu vielen halbgar Wissen-Behauptenden per Zeitreichtum in der WP anstellen, und die sehr wenigen sowohl innenkundigen (WP-"Benutzer" --> Editoren) wie auch außen-tätigen Kritiker (z.B. WEB-Blog) (mit fundierten Argumenten!) wie Fossa aufgrund von "Ungefälligkeit" mundtot zu machen unternehmen. Die Wikipedia (DE-) ist in recht vielen Ecken zu einem Mob verkommen, in dem Leute das Sagen sich anmaßen, die über nichts weiter gebieten müssen als ...
1- fast unendliche Zeit, weil sie arbeitslos sind oder noch studieren, 2- in aller Fernseh-"Talkshow"-geschulter Penetranz auf dem Recht der "eigenen" Meinung (gern auch BILD-Zeitungs-gestählt) beharren, 3- auf dem Recht, diese auch allüberall kundzutun, 3a- sich zu "organisieren", Mail, Chat, usw., sowie 4- die brutale Entschlossenheit, jeden Sach-Kritiker frühzeitig ad personam anzugreifen und ihn wahlweise als Troll, Vandalen oder oder oder zu denunzieren. (Mir auch schon geschehen. Gruß an Achim R aus B.)
Nachdenkliche Leute stören da nur: mit Kritikern wird man (Chat-)Mob-organisiert locker fertig, und die paar doofen Hanseln wie meinereiner, die noch Assume Good Faith im Sinne haben, überläuft man einfach; sie sind ja gutwillig, also darf man schadfrei auf sie einprügeln, das kostet ja nichts, und es gibt noch Beifall in der Peergroup der Schlagetots, ...
<sarkas>diese vorgestrigen, fernseh- und Fußball-Unkundigen, also nee, die wissen ja nichtmal, wie die Weltmeisterschaft steht, und DAS ist doch das relevante WISSEN unserer Zeit!! </sarkas>
Ob aber "so" eine Enzyklopädie entstehen könne..?..
Fragezeichen. Vielleicht ist das auch gar nicht mehr wichtig. Hauptsache, man hat so seine kuschelige Peergroup, in der man sich wechselseitig selbstbestätigt, sowie seinen Satz "Feinde", an dem man sich geifernd abreagieren kann, damit einem im Zeitreichtum nur nicht zu langweilig werde.
<sarkas> (..besser, die "nicht zeitreichen" gehen brav ohne WP arbeiten, damit die Sozialbeiträge weiter reichhaltig fließen....</sarkas>)
Ob aber "so" eine Enzyklopädie entstehen könne..?..
... und, zur eigentlichen Frage: ob eine so sich darstellende Wikipedia für andere als "Zeitreiche" attraktiv sei? ... geschweige denn für denken könnende Akademiker.
NB auf mein "Right to leave" braucht man mich nicht hinweisen: eines der allerbilligsten hier verfügbaren "Argumente".
Freundlichen Gruß in die Runde
Bernd B
Bernd Beckschwarte schrieb:
Nachdenkliche Leute stören da nur: mit Kritikern wird man (Chat-)Mob-organisiert locker fertig, und die paar doofen Hanseln wie meinereiner, die noch Assume Good Faith im Sinne haben, überläuft man einfach; sie sind ja gutwillig, also darf man schadfrei auf sie einprügeln, das kostet ja nichts, und es gibt noch Beifall in der Peergroup der Schlagetots,
[...]
... und, zur eigentlichen Frage: ob eine so sich darstellende Wikipedia für andere als "Zeitreiche" attraktiv sei? ... geschweige denn für denken könnende Akademiker.
Akademiker tun sich da nicht - es wird dort im akdemischen Umfeld nur etwas diffizile gestänkert, gemobbt und persönlich angegriffen. Prominentes Beispiel: http://de.wikipedia.org/wiki/Historikerstreit
Aber dennoch gibt es sowohl in Wikipedia als auch im akademischen Umfeld eine große, meist schweigende Mehrheit, die einfach nur gute Arbeit machen möchte und davon ausgeht, dass die Mehrheit ebenso gut arbeiten möchte. Anstatt also herumzustänkern - einfach mal mit gutem Beispiel vorangehen und den Unwissenden das Licht der Aufklärung zeigen anstatt sie wegen ihrer Dummheit zu beleidigen.
Frohes Schaffen, Jakob
Jakob Voss wrote:
Aber dennoch gibt es sowohl in Wikipedia als auch im akademischen Umfeld eine große, meist schweigende Mehrheit, die einfach nur gute Arbeit machen möchte und davon ausgeht, dass die Mehrheit ebenso gut arbeiten möchte. Anstatt also herumzustänkern - einfach mal mit gutem Beispiel vorangehen und den Unwissenden das Licht der Aufklärung zeigen anstatt sie wegen ihrer Dummheit zu beleidigen.
Oder den Kritikern zuhören, anstatt sie als Nestbeschmutzer abzuwatschen?
Oder den "Unwissenden" klar sagen, daß das Hören auf (fachliche) Autoritäten natürlich hinterfragbar ist, aber nicht in der in WP gern zelebrierten Rotzigkeit (sorry) angebracht?
Merke: Nicht jede Wahrheit, die man ungern hört, lässt sich mit "Stänkerei" abbügeln. Und jedes Projekt geht irgendwann einmal daran zugrunde, daß es nur Claqueure duldet und keinen Kritiker. Seine Freunde sollte man genauso pflegen wie seine Feinde. Denn: Ein Feind kann wertvoller für die eigene Weiterentwicklung sein, als ein Freund.
Gruß
Henriette