Message: 2 Date: Thu, 27 Oct 2005 02:13:47 +0200 From: Jakob Voss jakob.voss@nichtich.de Subject: [Wikide-l] Re: WasIstLosMit Wikinews? To: wikide-l wikide-l@wikipedia.org Message-ID: 43601BBB.5090700@nichtich.de Content-Type: text/plain; charset=ISO-8859-15; format=flowed
Andreas Neumann schrieb:
Im Pressestammtisch (http://de.wikinews.org/wiki/Wikinews:pressestammtisch ). Ich lade dich auch gerne dazu ein Artikel über die von dir bevorzugten Themen zu schreiben. Nur eine Einschränkung für andere Artikel würde die ''Normalen'' Artikel nicht vermehren. Eher würden Autoren verschreckt werden und somit das Portal langsam wieder eingehen. Wie einige alte Hasen schon sagten. im Frühjahr war ein großes Tief, dann kamen einige neue. Die schreiben nun halt mal gerne über regionale Ereignisse oder Raumfahrt/Maisfelder. Aber auch hier und da mal über den Hurrikan Rita usw. Wenn du dir außerdem die Maisfeldartikel mal anschaust erkennst du, dass diese nicht nur von Maisfeldern handeln, sondern von natürlichen Ereignissen, Diebstählen oder Vergewaltigungen. Die Maisfeldartikel werden sich auch weiter halten und um so mehr von außen gemeckert wird, umso mehr werden die Autoren ihre Artikel weiterschreiben. Wie gesagt. ich lade jeden gerne ein einen Artikel zu seinem ''wichtigen'' Thema zu schreiben. Meckert aber nicht über die Arbeit anderer.
Irgendwie habe ich dass Gefühl, dass, ebenso wie Wikipedia keine Enzyklopädie im herkömmlichen Sinne ist, auch Wikinews keine Nachrichtenagentur im herkömmlichen Sinne sein kann, sondern irgendwie etwas anderes, neues. Das darf natürlich nicht als Ausrede für Miese Qualität mißbraucht werden, die bestimmt in beiden Projekten leider noch viel zu oft anzutreffen ist, aber jeder Vergleich mit herkömmlichen Medien stößt irgendwo an seine Grenzen. Eine kollaborativ nach dem Wiki-Prinzip erstellte Wissenssammlung ist halt eine völlig neue Mediengattung, die in ihrer Besonderheit vielleicht erst in 20-30 Jahren erst richtig verstanden worden sein wird.
Mit wikipedistischen Grüßen, Jakob
: Deine Gefühle Teile ich. Die Qualität der WP hängt vor allem von dem Niveau der Kollaboratoren ab, die über den Artikelbestand, deren Bearbeitung und ihre diskursethische Prüfung bestimmen. Ja, u.U., von deren undifferenzierter fundamentalistischer Ethik! Die Qualität ist also besonders von deren Anschauungen abhängig, die es notfalls gerade zu ändern/zu kritisieren gilt, wenn man von wirklicher Mitarbeit sprechen können will. Eine kollaborativ nach dem Wiki-Prinzip erstellte Wissenssammlung wird eben - keine- f u n d a q m e n t a l völlig neue Mediengattung, wenn sie, ohne sich kritisierbaren Begründungen ausszusetzen, von Artikel-Platzhaltern, mit systembedingt f u n d a m e n t a l i s t i s c h e n fraglwürdigen Mitteln beherrscht werden kann und dies unvermeidbar gelegentlich auch wird.
Warum gibt es eigentlich für die großen Wissensgebiete nicht freie, vom nötigen Mißbrauchsaauschluß mal abgesehen, unzensierte offene Foren der interessierten Kundigen?
Mit fundamentalen ,-) Grüßen, Klaus Roggendorf
Am Samstag, 29. Oktober 2005 08:31 schrieb Dr. Klaus Roggendorf:
Warum gibt es eigentlich für die großen Wissensgebiete nicht freie, vom nötigen Mißbrauchsaauschluß mal abgesehen, unzensierte offene Foren der interessierten Kundigen?
Weil die Auswahlprozesse, die Du da fälschlicherweise mit dem Begriff der "Zensur" belegst, zwingend notwendig ist, wenn Du von Foren für *Kundige* sprichst. Sonst sind es Foren für Kundige und Unkundige.
Uli
Am Samstag, 29. Oktober 2005 08:31 schrieb Dr. Klaus Roggendorf:
Warum gibt es eigentlich für die großen Wissensgebiete nicht freie, vom nötigen Mißbrauchsaauschluß mal abgesehen, unzensierte offene Foren der interessierten Kundigen?
Weil du sie nicht (auf deiner Website) eingerichtet hast.
Ciao, Eike
Dr. Klaus Roggendorf schrieb:
Jakob Voss schrieb:
Eine kollaborativ nach dem Wiki-Prinzip erstellte Wissenssammlung ist halt eine völlig neue Mediengattung, die in ihrer Besonderheit vielleicht erst in 20-30 Jahren erst richtig verstanden worden sein wird.
: Deine Gefühle Teile ich.
[...]
Eine kollaborativ nach dem Wiki-Prinzip erstellte Wissenssammlung wird eben
- keine-
f u n d a q m e n t a l völlig neue Mediengattung, wenn sie, ohne sich kritisierbaren Begründungen ausszusetzen, von Artikel-Platzhaltern, mit systembedingt f u n d a m e n t a l i s t i s c h e n fraglwürdigen Mitteln beherrscht werden kann und dies unvermeidbar gelegentlich auch wird.
Warum gibt es eigentlich für die großen Wissensgebiete nicht freie, vom nötigen Mißbrauchsaauschluß mal abgesehen, unzensierte offene Foren der interessierten Kundigen?
Nein, Wikipedia ist auch kein Diskussions- und Laberforum. Die Aussage, dass Wikipedia eine neue Mediengattung sei, sollte nur *deskriptiv* verwendet werden und auf gar keinen Fall als Argument dafür, von enzyklopädischen Standards abzuweichen. Unser Ziel ist, eine Enzyklopädie zu schreiben und nicht eine andere Mediengattung.
Anstatt jetzt mit Diskussionsforen, "unzensierten" Räumen und ähnlichem Schnickschnack zu kommen ist mir dann doch lieber, mit einer herkömmlichen Enzyklopädie verwechselt zu werden, auch wenn Wikipedia das nicht ist. Aber das wird sich frühestens in 10 Jahren zeigen, wenn man mal wirklich *wissenschaftliche* Untersuchungen über die Wikipedia anstellen kann anstatt auf irgendwelchen Mailinglisten unfundierte Gedanken auszutauschen (abgesehen vielleicht von einigen seltenen bemerkenswerten Gedankensplittern von Agon Buchholz und Mathias Schindler).
Gruß, Jakob
P.S: Bitte lern' erstmal, richtig emails zu schreiben, dann können wir auch weiter diskutieren.
-----Original Message----- From:Jakob Voss Sent: Saturday, October 29, 2005 5:42 PM Nein, Wikipedia ist auch kein Diskussions- und Laberforum. Die
Aussage,
dass Wikipedia eine neue Mediengattung sei, sollte nur *deskriptiv* verwendet werden und auf gar keinen Fall als Argument dafür, von enzyklopädischen Standards abzuweichen. Unser Ziel ist, eine Enzyklopädie zu schreiben und nicht eine andere Mediengattung.
Das eine bedingt das andere. Es ist mMn eine vollkommen neue Gattung, so ein Wiki, da (fast) jeder bis auf T7 und co) dran mitarbeiten kann und nicht wie im Brockhaus, nur ausgewählte Redakteure.
Anstatt jetzt mit Diskussionsforen, "unzensierten" Räumen und
ähnlichem
Schnickschnack zu kommen ist mir dann doch lieber, mit einer herkömmlichen Enzyklopädie verwechselt zu werden, auch wenn
Wikipedia
das nicht ist. Aber das wird sich frühestens in 10 Jahren zeigen,
wenn
man mal wirklich *wissenschaftliche* Untersuchungen über die
Wikipedia
anstellen kann anstatt auf irgendwelchen Mailinglisten unfundierte Gedanken auszutauschen (abgesehen vielleicht von einigen seltenen bemerkenswerten Gedankensplittern von Agon Buchholz und Mathias Schindler).
Das einzige was man an "wissednschaftlichen" Daten aus der WP rausholen kann, sind die Artikelzahl und die Zahl der angemeldeten User. Denn es ist praktisch unmöglich, jeden Artikel auf Korrektheit zu prüfen. So zB ein Vandalismus vom Dez 04 in der [[Europäische Union]] wo jemand im Text "Union" durch "Scheisse" ersetzt hat und das dann 2 Tage drinstand.
Gruß, Jakob
Marco