Hallo,
Tim 'avatar' Bartel wikipedia@computerkultur.org schrieb am Thu, 13 Oct 2005 14:00:00 +0200:
Matthias Walliczek schrieb am 10/12/2005 05:53 PM:
De facto ist es genauso peinlich, dass WWM als seriöse Quelle angesehen wird und Fehlinformationen aus der Sendung ohne weitere Recherche übernommen werden.
Du hast natuerlich recht.
Ich schaue die Sendung zwar sehr selten und habe sie noch nie als Quelle benutzt, doch von der Verlässlichkeit her ist WWM eine gute Quelle, da es sich um mehrfach geprüfte Informationen handelt. Dass Fehler auftreten ist klar, aber wie bitte hätte denn beispielsweise der Bohr-"Fakt" geprüft werden sollen? Im Brockhaus nachschauen? Die im Endeffekt von einem Experten ausgeführte Anfrage an den dänischen Fußballverband stellt natürlich den Idealfall dar, auch für die Wikipedia-Artikelrecherche, doch ich glaube nicht, dass irgendjemand von euch solch eine Anfrage gestartet hätte, wenn er den Bohr-Artikel geschrieben hätte und im Brockhaus diese Information steht. Und wenn man sagt, WWM solle nicht als Quelle benutzt werden, dann bedeutet das auch, dass der Brockhaus nicht als Quelle zusammen mit anderen Informationen genutzt werden sollte. Jedes Buch hat Fehler, jedes Nachschlagewerk hat Fehler und ich behaupte, fast jeder aktivere Wikipedia-Autor hat schon unwissentlich fehlerhafte Informationen in Artikel eingebaut. Nichts ist perfekt, aber auf eine Redaktion, die so wenige Fehler macht (soweit ich weiß, war das jetzt der zweite oder dritte in zig Jahren mit Tausenden von teilweise schwer prüfbaren Fakten) kann man sich schon halbwegs verlassen. Und es scheint, dass es bis zu diesem Zeitpunkt viele Quellen gab, die gesagt haben, er sei Nationalspieler gewesen, aber anscheinend keine, die das widerlegt hat (sondern nur viele, die es nicht genannt haben). Des Weiteren, und das ist eine sehr entscheidende Sache, kann davon ausgegangen werden, dass Fehler die in der Sendung WWM gemacht werden zu einem sehr hohen Anteil auch bekannt werden - es geht schließlich um Geld. Ich würde daher die These aufstellen, dass WWM eine extrem verlässlich Quelle ist, seriöser als ein einzelnes Fachbuch oder Nachschlagewerk.
Und um auf Matthias' Aussage zurückzukommen: Findest du es wirklich genauso peinlich, Fakten einer Quelle zu übernehmen, deren Wahrheitsgehalt zumindest einige Zeit nach der Sendung (nach der Entdeckung etwaiger Fehler) annähernd 100% ist wie die Tatsache, dass ein Nachschlagewerk, dass für sich reklamiert, mehrfach geprüfte Informationen zu haben, erst durch eine Sendung auf den Fehler aufmerksam gemacht werden muss, während der Fehler in der ungeprüften Wikipedia bereits ein halbes Jahr vor Ausstrahlung entfernt wurde?
MfG Christian Thiele