Am Freitag, 14. Oktober 2005 10:03 schrieb Paul:
unter Ausschluss von Übermittlungsfehlern direkt auf das entsprechende Modell zurückgreifen kann. Sekundärquellen hingegen sind immer auch nach ihrer Verlässichkeit bezüglich eben dieser Übermittlungsfehler zu bewerten.
Korrekt. Und die Wikipedia verlässt sich offenbar in erster Linie (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel) auf windige Quartärquellen (Google, Stern und gekuckte Fernseh-Quiz-Shows), und entsprechend ist die Verlässlichkeit zu bewerten.
Interessant ist nur, dass hier so viele der Meinung sind, das sei für eine Enzyklopädie völlig ok: Weil ja eh niemand nix genaues nicht wissen kann.
Diese Diskussion wiederspiegelt besser als vieles andere das Grundproblem, das Wikipedia hat: Der Qualitäts*anspruch* ist bei der Masse der Teilnehmer auf kaum merkbaren Niveau, und die wenigen, die versuchen, Qualitätsdenke hochzuhalten, können sich gegenüber der Masse der Verflacher (bei denen sich die bequemsten Aspekte von Popkultur und Postmoderne gegenseitig befruchtet zu haben scheinen) schon lange kein Gehör mehr verschaffen.
Wenn am Ende deshalb die sogenannte Enzyklopädie vor Fehlern nur so strotzt (siehe nimmermuede.blogspot.com) - scheiß was drauf: Wikipedia ist nämlich ein Wiki, und das heißt offenbar heute vor allem: Für Qualität sind immer die anderen zuständig.
Uli