Hallo,
bei der "Lösch-Diskussion" in letzter Zeit haben wir es oft mit Mutmaßungen zu tun. Dankenswerterweise hat Tim Bartel sich kürzlich mal auf die Pirsch gelegt und geschaut wie viele Löschanträge denn tatsächlich durchkommen (60 %, in DE und EN). Ich würde mich für eine weitergehende Untersuchung interessieren, die auch danach schaut, wie viele Artikel pro Tag überhaupt angelegt werden, wie viele von denen gelöscht werden, wie lange es bis zur Erstsichtung dauert usw. Das würde ich gerne mit Gleichgesinnten machen, die vielleicht auch Kniffe kennen, wie man sich die Arbeit technisch erleichtern kann. Wer hat Lust?
Besten Gruß Ziko
Ich werd's mir mal angucken, ohne Uebernahme-Garantie :-)
Gruesse, Magnus
2009/11/9 Ziko van Dijk zvandijk@googlemail.com:
Hallo,
bei der "Lösch-Diskussion" in letzter Zeit haben wir es oft mit Mutmaßungen zu tun. Dankenswerterweise hat Tim Bartel sich kürzlich mal auf die Pirsch gelegt und geschaut wie viele Löschanträge denn tatsächlich durchkommen (60 %, in DE und EN). Ich würde mich für eine weitergehende Untersuchung interessieren, die auch danach schaut, wie viele Artikel pro Tag überhaupt angelegt werden, wie viele von denen gelöscht werden, wie lange es bis zur Erstsichtung dauert usw. Das würde ich gerne mit Gleichgesinnten machen, die vielleicht auch Kniffe kennen, wie man sich die Arbeit technisch erleichtern kann. Wer hat Lust?
Besten Gruß Ziko
-- Ziko van Dijk NL-Silvolde
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Hallo auch,
ich gestehe, dass ich 2006 das Lager wechselte von den Excludisten zu den Includisten - als ich ein Seminar zu Star Trek hielt und mit der englischen WP wesentlich mehr anfangen konnte, da sie die zu jeder Folge aller Staffeln eine Seite anbot, samt Binnenbeziehungen im fiktionalen Kosmos.
Meine Meinung ist mittlerweile, dass da beu uns zu hart geregelt wird. Es ist wohl wahr, dass wir hier erst einmal Fan-Artikel erhalten, wenn wir hier nachgeben. Wahr ist indes auch, dass wir bis jetzt in der Lage waren, aus schlechten Anfängen nach ein paar Jahren gute Artikel zu machen. Soll heißen: ich denke mittlerweile, dass wir da mit einem gewissen Dünkel handeln, wenn wir Wachstum verhindern - einem Dünkel des Hochwertigen, unterhalb dessen wir ungern anfangen, wo vielleicht das Vertrauen angebracht wäre, dass wir aus vielem Hochwertiges machen.
Das ist ein Plädoyer für ein überlegtes Lockern der Kriterien. Ich denke wir, sollten bestimmte Kriterien lockern. Wenn jedes Shakespeare-Stück rein darf, kann ich auch damit leben, dass eine ganze Menge Artikel unserer Gegenwartskultur hinzukommen, von denen unlklar ist, welchen Stellenwert sie in Zukunft gewinnen. Sollten sie Stellenwert gewinnen, wird man nicht verstehen, dass wir da mauerten.
Ich steh auf der anderen Seite dafür, dass nicht jeder bei uns seinen Artikel erhält - da wir hier Selbsdarstellern vorbeugen müssen. Wir sollten gezielt über kontrollierte Lockerungen nachdenken.
Bei der geschilderten Untersuchung: wieviele Löschanträge gehen durch im deutschen, im englischen - da mag dieselbe Prozentzahl herauskommen, doch besagt die auch nur, dass unter unseren Kriterien bereits die Einreichung verläuft - rigider als in der englischsprachigen. Von den wenigeren Artikeln, die beginnen, mögen tatsächlich genau so viele prozentual gelöscht werden, das will mich nicht sogleich zur Meinung überreden, dass wir allein ob gleicher Prozente auch schon ähnlich offen sind.
Das Argument, dass mir die englische WP bei Gestalten von kulturwissenschaftlichen Seminaren entschieden besser half - in einem Arbeitsfeld des universitären Unterrichtens, darüber bitte ich nachzudenken Das ist keine Antwort eher ein Aufruf zum Nachdenken. Ich hatte keine Zeit, in Berlin zu sein, weißin dieser Sekunde nicht was dabei herauskam,
Gruß, Olaf
Ziko van Dijk wrote:
Hallo,
bei der "Lösch-Diskussion" in letzter Zeit haben wir es oft mit Mutmaßungen zu tun. Dankenswerterweise hat Tim Bartel sich kürzlich mal auf die Pirsch gelegt und geschaut wie viele Löschanträge denn tatsächlich durchkommen (60 %, in DE und EN). Ich würde mich für eine weitergehende Untersuchung interessieren, die auch danach schaut, wie viele Artikel pro Tag überhaupt angelegt werden, wie viele von denen gelöscht werden, wie lange es bis zur Erstsichtung dauert usw. Das würde ich gerne mit Gleichgesinnten machen, die vielleicht auch Kniffe kennen, wie man sich die Arbeit technisch erleichtern kann. Wer hat Lust?
Besten Gruß Ziko
Olaf, Alle!
Wg. enwiki, dewiki, und Gegenwartskultur
Ohne Olafs Überlegungen als solche und im Ganzen zu verneinen, kann ich es mir nicht verkneifen, zwei konkrete Punkte zu kommentieren.
Olaf Simons olaf.simons@pierre-marteau.com schrieb:
Meine Meinung ist mittlerweile, dass da bei uns zu hart geregelt wird. Es ist wohl wahr, dass wir hier erst einmal Fan-Artikel erhalten, wenn wir hier nachgeben. Wahr ist indes auch, dass wir bis jetzt in der Lage waren, aus schlechten Anfängen nach ein paar Jahren gute Artikel zu machen.
Meine Beobachtung hingegen ist, dass die schlechtesten x% der Wikipediartikel einfach nicht besser werden. (x irgendwo zwischen 20 und 60). Und das enthält viele dieser Fan-Artikel. Und es lässt sich genauso, wenn nicht stärker auf enwiki sehen. Diese Artikel werden einfach nur alt, nicht besser. Der fürchterliche Computerspiel- artikel von heute sieht in drei Jahren keinen Edit mehr, außer Interwikibots und Kat-Spielereien.
Wenn jedes Shakespeare-Stück rein darf, kann ich auch damit leben, dass eine ganze Menge Artikel unserer Gegenwartskultur hinzukommen, von denen unlklar ist, welchen Stellenwert sie in Zukunft gewinnen.
Der Unterschied zwischen Shakespeare und Fernsehsendung ist aber, dass sich Artikel über Shakespeare-Stücke auf Sekundärliteratur stützen (können), während der typische TV-Artikel sich auf "selbst gesehen" stützt. Ich weiß, dass es auch sehr positive Ausnahmen gibt.
Grüße, Peter
Moin,
Peter Jacobi schrieb:
Meine Beobachtung hingegen ist, dass die schlechtesten x% der Wikipediartikel einfach nicht besser werden. (x irgendwo zwischen 20 und 60).
Das sehe ich ebenfalls so, wenngleich ich den Prozentsatz eher niedriger einschätze. Zugleich aber handelt es sich auch um Artikel, die mit normalem und vertretbarem Aufwand kaum verbesserbar sind, weil ihre Themen zum Beispiel extrem unzugänglich sind, ihre Quellenlage erbärmlich oder sie ungeachtet vollständiger qualitativer Verwirrtheit allen formalen Anforderungen der Wikipedia genügen. Das ist ein Bodensatz, der kaum loszuwerden ist.
Meines Erachtens hilft da nur ein konsequentes Abscheiden und letztendlich Löschen dieses "write trash". Mit Populärkultur hat das allerdings nichts zu tun. Prinzipiell liegen Bapperl für zahlreiche TV-Serien locker im Bereich des möglichen. Es mag nur keiner auf dieses Niveau gehen, weil mit TV-Spielfilm schreiben einfacher geht.
Gruß, Denis Barthel
Moin,
Moin,
Peter Jacobi schrieb:
Meine Beobachtung hingegen ist, dass die schlechtesten x% der Wikipediartikel einfach nicht besser werden. (x irgendwo zwischen 20 und 60).
Das sehe ich ebenfalls so, wenngleich ich den Prozentsatz eher niedriger einschätze. Zugleich aber handelt es sich auch um Artikel, die mit normalem und vertretbarem Aufwand kaum verbesserbar sind, weil ihre Themen zum Beispiel extrem unzugänglich sind, ihre Quellenlage erbärmlich oder sie ungeachtet vollständiger qualitativer Verwirrtheit allen formalen Anforderungen der Wikipedia genügen. Das ist ein Bodensatz, der kaum loszuwerden ist.
Mit dem Prozentsatz kann ich sehr gut leben, anders als ihr sehe ich diesen Bereich jedoch weniger als festen Bodensatz sondern vielmehr als Belebtschlamm, aus dem dann tatsächlich doch immer mal wieder ein Artiekl aufgepeppt wird. Bezüglich der Zusammensetzung habe ich allerdings ebenfalls andere Erfahrungen gemacht - imho besteht unser Bodensatz aus einem lebhaften Mosaik von Artiekln aller möglichen Fachgebiete, wobei auch Bereiche des kalssischen Bildungsbürgertums (Künstlerbiographien aus dem Meyers), naturwissenschaftliche Themen, unsagbar schlechte Informatikartikel, jede Menge Geographiekram und eben auch Artikel der Populärkultur enthalten sind - auch hier greift die Belebtschlammanalogie ganz gut.
Ob löschen die richtige Methode ist, diesen Kram los zu werden oder ob er einfach als Rohstoffpool dazugehört mögen andere entscheiden - an der Qualität dieser Artikel jedoch Relevanzkriterien festzumachen und dabei vor allem auf die Populärkultur einzudreschen gleicht der Geschmacksbeurteilung von Früchten durch Farbvergleiche.
Gruß, Achim
P.S.: Ich habe heute mal ein neues MB angefangen (skizziert), um die RK für fiktive Personen, Orte und Gegenstände durch Qualitätsmassstäbe analog zu den Musikalben abzulösen - vielleicht ist irgendwann ja doch mal ein deutschsprachiger Artikel zu Homer Simpson, Jean-Luc Picard, den Joker oder den Pangalaktischen Donnergurkler möglich. So schlimm sehen die englischsprachigen Artiekl zur Populärkultur wie http://en.wikipedia.org/wiki/Two-Face und http://en.wikipedia.org/wiki/Rayquaza imho auch nicht aus.
Achim Raschka schrieb:
Mit dem Prozentsatz kann ich sehr gut leben, anders als ihr sehe ich diesen Bereich jedoch weniger als festen Bodensatz sondern vielmehr als Belebtschlamm, aus dem dann tatsächlich doch immer mal wieder ein Artiekl aufgepeppt wird.
Das ist radikaler WolfgangS-ismus. Mit gleicher Begründung könnte man alle denkbaren Artikel einmal mit {{subst:PAGENAME}} bläuen und bei Ausbauten sagen: "es wird daraus immer mal wieder etwas aufgepeppt.". Meine Definition des Bodensatzes ist ein Text, bei dem im Falle der Aufpeppung sowieso (fast) alles neu gemacht werden muss. Das ist kein Belebtschlamm, sondern irgendein total lebensfeindliches Substrat.
Die Motivation des Popbashings aber liegt vielleicht einfach (neben Dünkel) darin, dass sie so weitaus vielgelesener sind als die Artikel unser Flaggschiff-Bereiche, zu denen Pop aber leider nicht zählt.
Gruß, Denis
Bezüglich der Zusammensetzung habe ich allerdings ebenfalls andere Erfahrungen gemacht - imho besteht unser Bodensatz aus einem lebhaften Mosaik von Artiekln aller möglichen Fachgebiete, wobei auch Bereiche des kalssischen Bildungsbürgertums (Künstlerbiographien aus dem Meyers), naturwissenschaftliche Themen, unsagbar schlechte Informatikartikel, jede Menge Geographiekram und eben auch Artikel der Populärkultur enthalten sind - auch hier greift die Belebtschlammanalogie ganz gut.
Ob löschen die richtige Methode ist, diesen Kram los zu werden oder ob er einfach als Rohstoffpool dazugehört mögen andere entscheiden - an der Qualität dieser Artikel jedoch Relevanzkriterien festzumachen und dabei vor allem auf die Populärkultur einzudreschen gleicht der Geschmacksbeurteilung von Früchten durch Farbvergleiche.
Gruß, Achim
P.S.: Ich habe heute mal ein neues MB angefangen (skizziert), um die RK für fiktive Personen, Orte und Gegenstände durch Qualitätsmassstäbe analog zu den Musikalben abzulösen - vielleicht ist irgendwann ja doch mal ein deutschsprachiger Artikel zu Homer Simpson, Jean-Luc Picard, den Joker oder den Pangalaktischen Donnergurkler möglich. So schlimm sehen die englischsprachigen Artiekl zur Populärkultur wie http://en.wikipedia.org/wiki/Two-Face und http://en.wikipedia.org/wiki/Rayquaza imho auch nicht aus.
Hi,
Am 09.11.2009, 16:05 Uhr, schrieb Ziko van Dijk zvandijk@googlemail.com:
bei der "Lösch-Diskussion" in letzter Zeit haben wir es oft mit Mutmaßungen zu tun. Dankenswerterweise hat Tim Bartel sich kürzlich mal auf die Pirsch gelegt und geschaut wie viele Löschanträge denn tatsächlich durchkommen (60 %, in DE und EN). Ich würde mich für eine weitergehende Untersuchung interessieren, die auch danach schaut, wie viele Artikel pro Tag überhaupt angelegt werden, wie viele von denen gelöscht werden, wie lange es bis zur Erstsichtung dauert usw.
das wär tatsächlich interessant, ich habe leider derzeit keine Kapazitäten frei.
Aber kurz eine Zahl möchte ich einwerfen. Wegen eines Tools erfasst ein Script von mir sämtliche neue Artikel. Dabei wird auch gezählt, wie viele neu erstellte Artikel nach sieben Tagen noch existieren. Den genauen Zeitraum, auf den sich das bezieht, kann ich leider nicht nennen, der Toolserver fällt ja auch mal aus, aber es sollte sich so um an die zwei Jahre handeln. Interessant ist aber sicher das Verhältnis: Insgesamt wurden 413.101 Artikel angelegt, von denen nur 85.889 nach einer Woche noch existierten, 80% werden also schnellgelöscht. Bei deiner Untersuchung geht es sicher eher um die richtigen Artikel und nicht die Unsinnseinträge, aber ich dachte die Zahl interessiert vielleicht auch ;). Übrigens hat ein Artikel, der behalten wird, mit durchschnittlich 170 Wörtern mehr als doppelt so viele wie ein schnellgelöschter Artikel (76 Wörter).
Folgende Wörter kamen seither mehrere tausende Male in Neuanlagen vor - jedoch ausschließlich in solchen, die nach spätestens sieben Tagen gelöscht waren: Der Spitzenreiter ist "Tümmy", gefolgt von "Hallo2" und "rfdssd". Weitere Highlights: "hurenböcke", "PENISPENISPENIS", "HOMOPENIS" oder auch "DOOFWIKIPEDIA". Auch "Scheissen" hat es noch nie in einen richtigen Artikel geschafft, aber über 3000 Mal in schnellgelöschte.
Grüße, Christian / Benutzer:APPER
"Christian Thiele" apper@apper.de wrote:
[...] Folgende Wörter kamen seither mehrere tausende Male in Neuanlagen vor - jedoch ausschließlich in solchen, die nach spätestens sieben Tagen gelöscht waren: Der Spitzenreiter ist "Tümmy", gefolgt von "Hallo2" und "rfdssd". Weitere Highlights: "hurenböcke", "PENISPENISPENIS", "HOMOPENIS" oder auch "DOOFWIKIPEDIA". Auch "Scheissen" hat es noch nie in einen richtigen Artikel geschafft, aber über 3000 Mal in schnellgelöschte.
Das wäre ja auch nur in "<!--schweizbezogen-->" korrekt :-).
Tim
Tim Landscheidt wrote:
Folgende Wörter kamen seither mehrere tausende Male in Neuanlagen vor - jedoch ausschließlich in solchen, die nach spätestens sieben Tagen gelöscht waren: Der Spitzenreiter ist "Tümmy", gefolgt von "Hallo2" und "rfdssd". Weitere Highlights: "hurenböcke", "PENISPENISPENIS", "HOMOPENIS" oder auch "DOOFWIKIPEDIA". Auch "Scheissen" hat es noch nie in einen richtigen Artikel geschafft, aber über 3000 Mal in schnellgelöschte.
Das wäre ja auch nur in "<!--schweizbezogen-->" korrekt :-).
rufen die da etwas Tümmy statt Timmy?
Interessanter find ich ja was für eine Verrenkung "rfdssd" darstellt.
vereinde-l@lists.wikimedia.org